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The Southern Fold: Beneath The Blaze Of The Burning Sun (Review)
| Artist: | The Southern Fold |
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| Album: | Beneath The Blaze Of The Burning Sun |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Singer/Songwriter, Psychedelia, Prog, Ambient |
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| Label: | Juke Joint 500 | |
| Spieldauer: | 45:05 | |
| Erschienen: | 30.10.2026 | |
| Website: | [Link] |
'Geboren' wurde das irische Bandprojekt THE SOUTHERN FOLD um 2014 im Umfeld des Kilkenny Music Festivals als der Frontmann, Songwriter und Bandgründer EMLYN HOLDEN mal etwas Anderes machen wollte, als die Punk-Rock-Musik, die er bis dahin präferierte. Dass er dabei zunächst einen Sound suchte, der sich in Richtung von Alt- und Outlaw-Country bewegte und die musikalischen Traditionen seines Heimatortes Kilkenny außer acht ließ, ist nicht erstaunlich, denn schon seit seiner Kindheit hatte sich Holden für diese Art von Musik interessiert und bezeichnet HANK WILLIAMS, GRAM PARSONS und ELVIS PRESLEY bis heute als Vorbilder.
Langer Rede kurzer Sinn: Nun liegt mit "Beneath The Blaze Of The Burning Sun" das zweite Album der Band vor – und das ist ein etwas anderes Biest als als das Debüt-Album "Bible Fear", mit dem die Band auch hierzulande eine gewisse Popularität erlangte, wobei die Ursprünge des neuen Albums bereits in der Zeit der Pandemie lagen. Systembedeingt hatte EMLYN HOLDEN damals damit begonnen, mit Folk-Songs und -Sounds zu arbeiten und geplant, ein Solo-Album zu veröffentlichen. Dann regte allerdings der SOUTHERN FOLD-Bassist BRIAN MCGRATH an, das Material mit der Band zu sichten und zu überarbeiten, als das unter den Nach-Corona-Bedingungen wieder möglich war, was auf dem neuen Werk zu einem Mix aus eher klassischen Folk- und Country-Sounds führte, der in Verbindung mit Cosmic-American-Music-Elementen, einer Prise Psychedelia und einer grundsätzlich düsteren Produktion (teils mit Streichern und Bläsern) sowie dramatischen Songstrukturen zu einem Sound führen, den ein DJ einst als "Gothic Country" bezeichnete; ein Label, das EMLYN HOLDEN zwar nicht erfunden, aber adoptiert hat, weil es besser als "Pop-Country" klingt, wie er schmunzelnd erklärt.
Holdens Faszination für biblische Referenzen, dramatische Spannungsbögen und tragische Handlungsstränge, sind hingegen nicht neu. Geprägt durch eine besonders katholische Erziehung bringt er seine Ehrfurcht vor biblischen Metaphern, die sich auf dem Debüt im Titel "Bible Fear" manifestierte, und sein Faible für die tragischen Seiten des Lebens in wortgewaltigen, episch angelegten Songformaten zum Ausdruck.
Freilich: Wie schon der Titel des Albums andeutet, geht es ihm keineswegs alleine um die Auslobung des Düsteren und des Dramas an sich, sondern eher darum, die Komplexität des Lebens in seinen Songs vielschichtig abzubilden – und vor allen Dingen bei all dem auch eine Prise spiritueller Hoffnung (sozusagen als Licht im Dunkel) an den Tag zu legen.
Was soll man da also machen, wenn man grundsätzlich eine eher schwarze Seele hat?
In dem Fall kam Holden auf die Idee, seine Songs weg von den ursprünglichen Folk-Settings zu lenken und sein Augenmerk auf die Arrangements und die Präsentation zu legen, indem er zunächst mit dem Gesang von MADELEINE LECLÉZIO (der EMLYN HOLDEN zunehmend auch die erste Stimme überlässt) eine weibliche Perspektive ins Spiel zu bringen – mit durchaus beabsichtigtem Bezug zu den Arbeiten von GRAM PARSONS und EMMYLOU HARRIS in den 70ern. Außerdem spielt Holden mit bisher unbekannten, völlig neuen Stilen und Klängen.
Der epische, fast 9-minütge Opener "The Sacred & Saving Light" etwa beginnt mit einer dramatischen Cello-Passage, die den Ton für die folgende Reflexion über mentale Gesundheit, Abhängigkeiten und die Erlösung durch das Licht am Ende des Tunnels setzt.
Das mit MADELEINE LECLÉZIO im Duett gesungene "Before The Fall" driftet hingegen in Wüstenrock-Territorium ab.
Beim nachfolgenden Song "One More Time" übernimmt dann die Sängerin solistisch. Dieser Song kommt als New Orleans-Style-Gospel-Ballade mit angeschrägten Bläsersätzen daher.
"Love Song For The Damned" ist ein melancholischer Piano-Walzer, der erst in der zweiten Hälfte seine Grandezza in Form eines Band-Arrangements entfaltet.
Erst der Titeltrack kommt mit dem typischen Goth-Country-Flair (und einer Steel Gitarre) daher, für das THE SOUTHERN FOLD berühmt – nun ja zumindest bekannt – sind.
So findet jeder Song sein musikalisches Mäntelchen, bevor sich THE SOUTHERN FOLD mit dem Folk-Song "A Whispered Name In The Wind" in die Nacht verabschieden und mit dem EMLYN HOLDEN noch einmal seine Verehrung für HANK WILLIAMS zum Ausdruck bringt.
FAZIT: Mit dem Longplayer "Beneath The Blaze Of The Burning Sun" ist der irischen Band THE SOUTHERN FOLD und ihrem Mastermind EMLYN HOLDEN das Kunststück gelungen, die klassischen Country-Traditionen – etwa vom Purismus eines HANK WILLIAMS bis zum kosmischen Einklang von GRAM PARSONS und EMMYLOU HARRIS – mit verschiedenen Schattierungen in die eigene, zugegebenermaßen eher nachtschattig-musikalische Weltsicht zu überführen und mit der Jetztzeit zu vereinen.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- The Sacred And The Saving Light
- Before The Fall
- One More Time
- Love Song For The Damned
- Beneath The Blaze Of The Burning Sun
- Nothing To Fear
- Weathered Storms
- My Opened Mind
- A Whispered Name In The Wind
- Bass - Brian McGrath
- Gesang - Emlyn Holden, Madeleine Leclézio
- Gitarre - Steven Doohan, Emlyn Holden
- Keys - Peter Flynn
- Schlagzeug - Gregor Beresford
- Beneath The Blaze Of The Burning Sun (2026) - 13/15 Punkten
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