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U.T.A.: On The Wing (Review)
| Artist: | U.T.A. |
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| Album: | On The Wing |
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| Medium: | CD/Download | |
| Stil: | Singer/Songwriter, Folk, Pop, Blues, Americana |
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| Label: | Eigenproduktion | |
| Spieldauer: | 43:33 | |
| Erschienen: | 27.03.2026 | |
| Website: | [Link] |
„Mein Name ist Uta, ich bin eine Ein-Frau-Band aus Deutschland, oder nenn' mich einfach Singer/Songwriterin.“ (U.T.A. in ihrer bandcamp-Vorstellung)
Ihr kompletter Name lautet Uta Holst-Ziegeler, ihr Vorname lautet punktlos Uta und ihr punktierter, großgeschriebener Künstlername U.T.A.! Das steht für einerseits durchschaubare Einfachheit und andererseits zugleich authentischen Einfallsreichtum. Gleiches gilt auch für die Musik von U.T.A., deren neues Album auf Schwingen daherkommt und durchaus himmlische Züge in sich trägt, die noch dazu klangtechnisch perfekt klingen – und unter hochwertigen Kopfhörern durch eine grandiose Stereo-Abmischung begeistern.
„On The Wing“ wirbelt durch ganz unterschiedliche Musik-Stile, als da wären: Blues, Rock'n'Roll, Country, Southern, Americana, Folk, Singer/Songwriter und Soul.
Das soll tatsächlich in dieser Form eine 'Ein-Frau-Band aus Deutschland' hinbekommen?
Oh ja, vorausgesetzt sie trägt den Namen U.T.A. und singt mit einer faszinierenden Stimme, die sich zwischen so großen Folk-Königinnen wie TRACY CHAPMAN und JOAN BAEZ bewegt (Und das ist wirklich keine Übertreibung!)!
Nur eins sieht die beflügelte U.T.A. momentan nicht mehr: deutschsprachige Songs und „Gespenster“, wie auf ihrem zwei Jahre zurückliegenden, für Kinder von 9 bis 99 bestimmten, Album „Vitamin D“.
Eigentlich ist das schade. Gerade ihre Texte sprechen nämlich ebenso für sie wie ihr Gesang, ihre Kompositionen und ihre solistische Performance, die mitunter nach ganz großer Band klingt.
Da hätte als kleines Sahnehäubchen „On The Wing“ gerne auch zweisprachig ausfallen dürfen, gerade wenn sie in ihren melancholischen Songs immer diese 'geisterhaften' Momente einbaut, welche geheimnisvoll durch U.T.A.'s Klangräume zu schweben scheinen.
Dieses Mal schien ihr bei diesem – ziemlich Americana-orientierten – Album ihre innere Stimme eben etwas anderes zu sagen: „Ich folge meiner Intuition – mit meinen Gitarren, meiner Stimme und einer Loop-Station drücke ich mich in verschiedenen Songs mit Herz und Seele aus, mal mit einem Lächeln, mal mit einer Träne, mal laut, mal leise, persönlich und leidenschaftlich. NEUGIERIG? DANN LOS GEHT’S!!!!“
So kündigt U.T.A. das an, was den neugierig gewordenen Hörer hinter ihrer Musik erwartet. Und diese Neugier befriedigt im Falle von „On The Wing“ mit 13 sehr gelungenen, poetisch wie textlich aussagekräftigen englischsprachigen Songs, bei denen tatsächlich neben ihrer charismatischen Stimme die unterschiedlichsten Gitarren zum Einsatz kommen, die durch das Loopen mitunter orchestrale Wirkungen erzielen.
Kollege Maier nahm mit seinem Fazit zu dem 2022er-Album „No More No Less“ im Grunde das vorweg, was auch für „On The Wing“ gilt – nämlich dass U.T.A. ein musikalisches Multitalent ist, dessen grundlegender Antrieb immer der spürbare Drang ist, sich auszudrücken, egal ob durch positive Vibes oder eben Nachdenklichkeit. Dabei ging sie sogar so weit, zu Corona-Zeiten in ihrem Video zu „One Fine Day“ aus einer Atemmaske eine weiße Rose zu basteln und zu bemerken: „Wo Schatten ist, ist auch Licht.“ Unter dieser Thematik bewegen sich auch die 13 Songs auf „On The Wing“, die allesamt zum Mitlesen in dem 16-seitigen Booklet des Digipaks verewigt worden sind.
Oft überwiegt hier die Nachdenklichkeit.
Das Gefühl, das Richtige zu wollen, aber mitunter falsch verstanden zu werden. Allerdings von denjenigen, die von vornherein sowieso alles falsch verstehen wollen – und das spätestens seit den vermaledeiten Corona-Zeiten, die das Land (oder gar die ganze Welt) spalteten und denen U.T.A. voller bewegender und trauriger Schlichtheit eine weiße Rose, gefertigt aus einer Corona-Maske, und ihre Schatten-Licht-Hoffnung entgegensetzte.
Dieses Mal endet sie auf „On The Wing“ mit einem ganz ähnlichen, allerdings recht beschwingten, Song, in dem sie feststellt, dass man das, was einem wichtig ist, erst dann zu schätzen weiß, wenn man es verloren hat. Im Grunde eine (optimistisch klingende) Fortsetzung zu „One Fine Day“: „Until the day when something is missin' by your side / You only know what you had when it's gone“.
Aber es kann auf dem insgesamt ruhig-atmosphärischen Album sogar extrem deprimierend werden, wenn in „I Go To Work“ über den ewig gleichen, täglichen Trott gesungen wird, der damit beginnt, früh aus dem Haus zur Arbeit zu gehen und abends völlig erschöpft zurückzukommen – Tag für Tag: „Everyday the same procedure – everyday is all the same...“
Oder wenn in der todtraurige Blues-Ballade „No Call“ die Trauer darüber zum Ausdruck kommt, dass ein ersehnter Anruf eines geliebten Menschen ausbleibt, ohne den man nicht mehr schlafen kann: „Why don't you call me – almost midnight / I won't sleep tonight – without you by my side“.
Am stärksten aber ist U.T.A. immer dann, wenn sie sich auf „On The Wing“ den ruhigen Folk-Songs zuwendet, die zugleich ihre ganze Stärke als außergewöhnliche Sängerin zum Ausdruck bringen und den Hörer tief hinein in die Sonnenuntergänge des 'Wilden Westens', den sie bereits mit dem Album-Cover heraufbeschwört, entführen, während der einen die natürliche Schönheit und Entspannung gefangennehmen – und einen Song wie „Tired Of The Day“ genau diese Stimmung entgegensetzen, um aus der Erschöpfung wieder die Kraft für den nächsten Tag erwachsen zu lassen.
FAZIT: „Alles, was ich am Musikmachen liebe, habe ich in diese 13 Songs getan. Blues, Rock'n'Roll, Country und Southern, Americana und Soul. Die Musik und Lyrics kommen aus meinem Herzen. sind komplett von mir geschrieben und performt. Wenn Euch meine Songs ein bisschen Freude bereiten, dann ist das für mich das Schönste.“ So beschreibt U.T.A. aus Deutschland die Absicht hinter „On The Wing“, deren Album allerdings (auch dem Album-Cover folgend) wie aus dem tiefen amerikanischen Westen klingt, während man dem Sonnenuntergang entgegenreitet. Geht tatsächlich zu Herzen!
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- On The Wing
- Betrayed And Sold
- First Day Of Spring
- Final Fight
- Tired On The Day
- I Go To Work
- Key Under The Doormat
- Don't Leave Me Behind
- Lady In Red
- No Call
- The Chase
- The River
- You Only Know...
- Gesang - Uta Holst-Ziegeler
- Gitarre - Uta Holst-Ziegeler
- Sonstige - Uta Holst-Ziegeler (Loops)
- No More No Less (2022) - 12/15 Punkten
- On The Wing (2026) - 12/15 Punkten
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