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Lightspeed: Delta (Review)

Artist:

Lightspeed

Lightspeed: Delta
Album:

Delta

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock, AOR

Label: Lightspeed Music/Just For Kicks
Spieldauer: 72:11
Erschienen: 20.03.2026
Website: [Link]

Da macht aber eine amerikanisch-kanadische Band ihrem Namen aller Ehre und saust in Lichtgeschwindigkeit durch den melodischen Progressive Rock mit Triebwerken von STYX bis PINK FLOYD und SUPERTRAMP oder ALAN PARSONS PROJECT sowie weiteren Melodic-AOR-Prog-Triebfedern der 70er- und 80er-Jahre, als der Prog auch immer wieder in Richtung AOR-Pop lächelte und mit oftmals wunderschönen Harmonien samt (radiotauglicher) Ohrwurmmelodien überraschte.

Um ihre Turbinen wieder ordentlich anzuheizen, ließen sich LIGHTSPEED für ihr viertes Album die gefühlte Ewigkeit von über 20 Jahren Zeit, damit sie auf „Delta“ mit einer gehörigen, sehr namhaften Prog-Gästeschar ordentlich durchstarten konnten.


Wie namhaft diese Lichtgeschwindigkeit-Begleiter sind, soll dann doch mal diese kurze (ober besser doch ziemlich lange) Auflistung zeigen: Jamie Glaser (Chic Corea, Jean Luc Ponty, Jon Anderson, Bryan Adams) und Janne Stark (Grand Design) an der Gitarre, Oliver Wakeman (Yes, Strawbs) und Gary Chappell (Lost Johnny) an den Keyboards, John Helliwell (Supertramp, Pink Floyd) und Theo Travis (King Crimson, David Gilmour, Gong, Soft Machine) am Saxophon, Norda Mullen (Moody Blues) an der Flöte, Ruth & Joyce O’Leary von Sephira an den „Rock Violins“, Luis Conte (Phil Collins, Carlos Santana, Eric Clapton, Rod Stewart) an der Percussion sowie orchestrale Arrangements von Shane Myers, eingespielt vom Tribeca String Quartet.
Dem „Delta“-Sound setzt dann Rich Mouser (Spock's Beard) als Produzent noch das klangvolle Sahnehäubchen auf. Alle beteiligten Musiker dürfen zudem in dem 24-seitigen Booklet mit allen Texten betrachtet werden. Da kommen wirklich ganz feine Erinnerungen auf.


Oftmals gewinnt man im Laufe der über 70-minutigen Flugzeit immer wieder den Eindruck, dass sich LIGHTSPEED als Ziel ihrer musikalischen Exkursion das STYXsche „Paradise Theater“ ausgewählt hätten.

Noch dazu klingt das Album tatsächlich nicht düster oder depressiv, sondern schwungvoll und optimistisch. Es werden lieber die Sonnenaufgänge („Sunrise“) als die Sonnenuntergänge besungen und die Erinnerungen, die einen, wenn man seine eigene Sanduhr ablaufen sieht, am Leben halten: „Childhood days, somehow feels we were dreaming / But those dreams have brought us Here / The Ghosts of the Past behind us / After it's gone, all that remains is the Feeling...“ („Sands Of Time“).
Und selbst auf „Different Light“ gelangt man zu dem optimistisch-schwungvollen, fast hymnischen Schluss: „I see my Life in a different Light and I'm loving what I see“.


LIGHTSPEED hadern nicht mit dem Leben oder der Musik, sondern sie stürzen sich mitten hinein und holen dabei besonders die feinen AOR-Momente zurück, die speziell in den 1980er-Jahren (auch durch Bands wie TOTO) extrem angesagt waren, auch wenn diese sich aus heutiger Sicht doch überlebt haben, sodass sie fast überraschend zum „Delta“-Ende hin in der herzerweichenden Streicher-Ballade „Maybe Someday“ zur Erkenntnis gelangen: „Maybe someday we'll find understand / The Past is past, just hold what is at hand“, um daraufhin mit „Onward“ sogar noch ein paar kraftvolle, epische YES-Prog-Register zu ziehen und zu zeigen, wie wichtig diese Vergangenheit eben doch für viele geblieben ist.


FAZIT: Mit einem riesigen Aufgebot an namhaften Prog-Gastmusikern starten LIGHTSPEED nach über 20 Jahren auf „Delta“ mit melodischem Prog und AOR sowie deutlichen Anleihen in Richtung paradiestheatralischer STYX-Zeiten noch einmal gehörig durch. Hier kommen bewusst und gewollt Erinnerungen auf, die einen weit in die späten Siebziger und frühen Achtziger zurückblicken lassen, mit dem Gefühl: Oh ja, das waren trotz aller schönen Harmonien und eingängigen Melodien richtig gute Zeiten, selbst wenn man diese damals als jemand, der dem frühen, komplexen 60er/70er-Prog-Rock nachtrauerte, noch als zu eingängig, seicht und angepasst empfand. Doch dann öffneten uns STYX die Pforten ihres „Paradise Theatre“, das so schön und irgendwie auch nostalgisch war, sodass uns LIGHTSPEED nunmehr auf „Delta“ erneut zu einer angenehmen Zeitreise in ihr „Delta“-Theater einladen, in dem von wunderschönen Gitarren-Soli über beeindruckende Gesangsharmonien bis zu verträumten Flöten und SUPERTRAMP-Saxophon-Momenten alles enthalten ist, was das harmoniebedürftige (manchmal schon etwas altersschwache) Musik-Herz begehrt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 63x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • = Side 1 =
  • Above And Beyond
  • Constant Change
  • Sands Of Time
  • Cast My Cares (To The Wind)
  • If I Fall (Rick's Cottage)
  • Waiting
  • Different Light
  • = Side 1 =
  • On My Way
  • Sunrise
  • Endless Sky
  • Time Stand Still
  • Maybe Someday
  • Onward
  • Wish You Well (The Gweed)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Delta (2026) - 12/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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