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The Tea Club: Chasm (Review)
| Artist: | The Tea Club |
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| Album: | Chasm |
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| Medium: | CD/Download | |
| Stil: | Progressive-, Art- und Alternative-Rock |
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| Label: | Eigenpressung/Just For Kicks | |
| Spieldauer: | 53:17 | |
| Erschienen: | 14.08.2026 | |
| Website: | [Link] |
Der Tee-Club – aber nicht der britische, sondern der amerikanische – öffnet endlich wieder seine progrockigen Musiktüren und beeindruckt erneut durch unberechenbare neue Ideen und viel Abwechslungsreichtum, womit er den kreativen Schub, der bereits die vorherigen fünf Alben ausmachte, fortsetzt. Allerdings nahmen sich THE TEA CLUB dieses Mal viel Zeit für „Chasm“, ihrem insgesamt sechsten Studio-Album. Geschlagene sieben Jahre nach „If/When“ mixen sie erneut bunte Kräutermischungen, die mal nach MUSE oder RADIOHEAD, aber auch POLICE („Like Little Soldiers“) oder einer völlig eigenen, neuen Mixtur – in der ein wenig Jazz, viel Artrock und noch mehr Experimentierfreude steckt – schmeckt.
Auch auf „Chasm“ bleibt das Alternative-Prog-Quintett ähnlich unberechenbar, wie es ihre Landsleute von RADIOHEAD schon immer waren.
Demgegenüber scheinen die neoprogressiveren Zeiten der 2010er-Jahre, in denen man besonders MARILLION auf „Rabbit“ huldigte, vorbei.
Nunmehr gibt es von Post-Rock-Klangwällen („Vineyard“) bis hin zu zärtlicher Akustik mit hymnischem Hang („Somata“, „The Lunar Eclipse“, „The Bell Ringer“), Crimsonesken („Get The Bullet“) oder Eighties-Pop-Ausflügen („Silicon Sally“) und natürlich immer wieder Radioköpfiges so etwa alles zu hören, was sich zwischen diesen progressiven und gewagten Grenzlinien, hinter denen sich unüberhörbar der RADIOHEAD-Geist zementiert, bewegt. Und das bereitet garantiert jedem neugierigen und für jederlei Experimente offenen Musikfreund viel Freude.
Neuerdings besitzen THE TEA CLUB außerdem den Mut, erstmals nicht auf Longtracks zu setzen, sondern kurze, knackige und unberechenbare Stücke, die konzeptionell trotzdem überzeugend ineinandergreifen, musikalisch aneinanderzureihen. Post Rock taucht hierbei ebenso auf wie Electronics oder regelrechte Singer/Songwriter-Akustik mit Gesängen, die tatsächlich mal an STING oder THOM YORKE erinnern.
Weniger überzeugend ist das vierseitige Booklet, das im düster gestalteten Digipak steckt: Vollgeschrieben mit viel zu kleinen, kaum leserlichen roten Texten, haut's einen zwar gestalterisch nicht unbedingt um, dafür aber gibt’s die Möglichkeit, alle (durchaus beeindruckenden) Texte groß und deutlich unter der Bandhomepage nachzulesen.
FAZIT: Sechs Alben lang ließ sich der progressive amerikanische Tee-Club Zeit, um mit „Chasm“ erstmals auf Longtracks zu verzichten und stattdessen ein in sich geschlossenes Werk mit 14 kürzeren Songs zu veröffentlichen. Doch keine Angst. Auf ihrem sechsten Studio-Album stoßen THE TEA CLUB nicht etwa den Freunden des gediegenen Progressive Rocks vor den Kopf, sondern ergänzen diesen ausgiebig durch überzeugenden Art- und Alternaitve-Rock sowie eine bunte stilistische Spielwiese, die zwischen RADIOHEAD oder MUSE und POLICE kunterbunte Blüten schlägt, während die Texte oft genauso bedrohlich wirken wie das Album-Cover und die Botschaft: Ich beobachte dich! Auf „Chasm“ sollte man also nicht nur einen Blick, sondern auch zwei ganz große Ohren werfen. Es lohnt sich!
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Like Little Soldiers
- Silicon Sally
- Low And Lonely
- Quicksand
- Ear On Arm
- The Bell Ringer
- Go To Hell
- A Small And Passing Thing
- All The Living
- Altered One
- Vineyard
- Sonata
- Get The Bullet
- The Lunar Eclipse
- Bass - Jamie Wolff
- Gesang - Dan McGowan, Patrick McGowan
- Gitarre - Dan McGowan, Patrick McGowan
- Keys - Joe Dorsey
- Schlagzeug - Dan Monda
- Sonstige - Jamie Wolff (Cello), Dan McGowan, Patrick McGowan, Joe Dorsey (Programmierung)
- Rabbit (2010) - 11/15 Punkten
- Quickly, Quickly, Quickly (2012) - 13/15 Punkten
- Grappling (2015) - 11/15 Punkten
- If / When (2019) - 11/15 Punkten
- Chasm (2026) - 12/15 Punkten
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