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Bob Marley & The Wailers: Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon (Review)

Artist:

Bob Marley & The Wailers

Bob Marley & The Wailers: Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon
Album:

Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon

Medium: Download/Do-LP/Do-CD
Stil:

Reggae, Rock, Kult

Label: Tuff Gong/Island/UMe
Spieldauer: 87:39
Erschienen: 28.08.2026
Website: [Link]

Noch nie hat ein Musiker aus einer unterdrückten Region – dem vermeintlich kleinen Jamaika – so mutig, lautstark und bedeutend dazu aufgerufen, sich zu erheben und zu wehren. So wurde sein Reggae-Song „Get Up, Stand Up“ zur Hymne für alle, die sich gegen Unterdrückung und blinde Machtbesessenheit und vor allem gegen die wild grassierenden Rassendiskriminierung erhoben.
BOB MARLEY galt 1976 längst als ein Legende, die nicht nur dem Reggae in Verbindung mit rockigen Elementen zu Weltruhm verhalf, sondern der sich auch klar positionierte und mit seiner klangvollen, weltberühmten Stimme all denjenigen, die man unterdrückte oder denen man ihre Stimme verbat oder nicht hören wollte, eine lautstarke unüberhörbare Stimme verlieh.


Oder der mit seinem Song „War“ wortwörtlich dem Krieg den Krieg erklärte, indem er auf provokanten, fast predigenden Sprechgesang zurückgriff, dabei aus einer Haile-Selassie-Rede (letzter Kaiser Äthiopiens, der 1975 in Addis Abeba starb) zur Entkolonialisierung zitierte und knallhart mit der Rassen-Ideologie abrechnete und natürlich mit seiner Aufforderung, dass keine Frau mehr weinen sollte, auf „No Woman, No Cry“ die männliche Stimme für das 'schwache' Geschlecht erhob, das den schlimmsten Repressalien ausgesetzt war und damit der größenwahnsinnigen Männlichkeit seine starke Musikerschulter entgegenstemmte.
Bis es so weit kommen konnte, benötigte er vorerst Schützenhilfe von ERIC CLAPTON, indem er diesen den Sheriff erschießen ließ, der aus Marleys Feder stammte. Bei Clapton wurde „I Shot The Sheriff“ zum Hitparaden-Stürmer in Amerika und rückte so auch BOB MARLEY & THE WAILERS in den Mittelpunkt vieler Musikfreunde aus dem Clapton-Umfeld.


Besonders beeindruckend waren Marleys Live-Auftritte, während der er manchmal am Ende seiner Konzerte „Get Up, Stand Up“ fast bis zu einer Viertelstunde als Zugabe ausweitete. Hierbei wichen er und die Wailers mitunter weit von den Studio-Versionen ab, setzten auf ausgiebige Improvisationen und verlängerten so fast alle Studio-Songs im Interesse des begeisterten Publikums.

Die Live-Qualitäten von BOB MARLEY konnten bisher offiziell nur auf dem 1975er-Live-Album unter dem schlichten Titel „Live“ gehört werden, das aus einer Auswahl von Songs bestand, die BOB MARLEY am 18. Juli 1975 im Londoner Lyceum Ballroom präsentierte. Hier erklang auch eine gerade mal 6 Minuten lange „Get Up, Stand Up“-Version am Ende des nur 36 Minuten langen Albums.


Viel legendärer aber waren nur ein Jahr später die drei restlos ausverkauften Konzerte im Rahmen seiner „Rastaman Vibration Tour“ im Londoner Hammersmith Odeon (am 16., 17. und 18. August 1976), wovon zwar einige Bootlegs auf dem Musikmarkt rumgeisterten, aber keine soundtechnisch überzeugenden offiziellen Mitschnitte. Das hat nun endlich mit dem fantastisch klingenden „Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon“ ein Ende!
Dieses Ende kann auf „Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon“ (anhand der besten Songs dieser drei Konzerte, die noch in den 'Island'-Archiven 50 Jahre lang vor sich hinschlummerten) in allerbester und vor allem offizieller Stereo-Qualität von Doppel-LP genossen werden, wobei man seinen Ohren kaum glauben möchte, was den hochwertigen Sound und die großartige Live-Musik betrifft, welche hier BOB MARLEY & THE WAILERS darbieten.

Auch bei der Gestaltung, Verpackung und den zusätzlichen Konzertinformationen wurde nicht gespart.
Beide LPs stecken im Gatefoldcover, das aufgeklappt Bob Marley in ganzer Größe zeigt sowie in zwei bedruckten LP-Innenhüllen mit einem ganzseitigen Marley-Bild und allen Song-Informationen auf der Rückseite. Hinzu kommt ein umfangreicher, sehr informativer Begleittext von Don Letts aka 'The Rebel Dread', der den Konzerten in London damals beiwohnte, im Inneren des LP-Gatefoldcovers.


Dieses Album mit den besten Songs der drei Konzerte wird selbst denjenigen, deren Herz nicht so sehr am Reggae hängt, mit den vielen improvisierten Momenten, den fetten Bass- und Keyboard-Passagen, dem weiblichen, souligen Background-Gesang, einen Hör- und Blickwinkel eröffnen, wie lebendig und leidenschaftlich, aber auch rockig und komplex (trotz mitunter durchgehenden Reggae-Rhythmen) live gespielter Reggae klingen kann. Dazu die unvergleichlich charismatische Marley-Stimme, die so kristallklar, laut und deutlich aus den Lautsprecherboxen tönt, als würde Mr. Marley direkt zwischen den Boxen im Wohnzimmer des Hörers stehen. Wie Marley dabei aussehen würde, darf man ja in seiner ganzen Schönheit auf dem geöffneten Doppel-LP-Cover bewundern.

Selbst das ist noch nicht alles, was diese Doppel-LP zu bieten hat.
Mit „Bend Down Low“ versteckt sich eine echte Song-Rarität auf der LP-B-Seite und das dem Album seinen Titel verleihende „Roots, Rock, Reggae“ gilt als der bisher einzige offizielle Live-Song, der im Rahmen eines Marley-Konzerts dermaßen professionell mitgeschnitten wurde. Auch reißt einen „No Woman, No Cry“ in dieser 6-Minuten-Variante völlig vom Hocker, wozu speziell das beeindruckende Gitarren-Solo beiträgt. Und am Ende enthält „Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon“ noch eine gute halbe Stunde lang Konzert-Zugaben, worunter sich auch das megalange „Get Up, Stand Up“ als Doppel-LP-Abschluss und großes Finale präsentiert.


FAZIT: Vier legendäre, ein halbes Jahrhundert zurückliegende, 1976er-Konzerte im Rahmen der 'Rastaman Vibration'-Tournee von BOB MARLEY & THE WAILERS im Londoner Hammersmith Odeon in hervorragender Sound-Qualität zusammengefasst. Auf diesem nunmehr sicher ebenso legendären wie Reggae-Musik-geschichtsträchtigen, beinahe 90 Minuten langen Album „Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon“ ist all das Lebendige und Leidenschaftliche („I Shot The Sheriff“, „Roots, Rock, Reggae“, „Positive Vibration“, „Trenchtown Rock“), aber auch Widerständige und Provokante („Crazy Baldhead“, „War“, „Rat Race“, „Get Up, Stand Up“) zu hören, was einen BOB MARLEY und die Reggae-Musik, welche mit ihren Rhythmen sofort mitreißt, ausmacht. Ein unverzichtbares Album, das in jede gut geordnete Plattensammlung, in der sich auch die eine oder andere Reggae-Platte befindet, gehört. Noch nie klang ein Live-Album von BOB MARLEY & THE WAILERS so großartig wie dieses „Root's Rock Reggae – Live At The Hammersmith Odeon“.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 169x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Seite A (21:36):
  • Introduction (0:28)
  • Trenchtown Rock (4:08)
  • Burnin' And Lootin' (4:31)
  • Them Belly Full (But We Hungry) (3:18)
  • Rebel Music (3 O'Clock Roadblock) (5:00)
  • I Shot The Sheriff (4:11)
  • Seite B (23:02):
  • Crazy Baldhead (6:05)
  • Bend Down Low (4:10)
  • Want More (6:38)
  • No Woman, No Cry (6:09)
  • Seite C (24:10):
  • Lively Up Yourself (7:47)
  • Roots, Rock, Reggae (5:33)
  • Encore Introduction (0:30)
  • Positive Vibration (3:35)
  • Rat Race (6:45)
  • Seite D (18:51):
  • War (4:16)
  • No More Trouble (2:20)
  • Get Up, Stand Up (12:15)

Besetzung:

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