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Alex Skolnick Trio: Prove You're Not A Robot (Review)

Artist:

Alex Skolnick Trio

Alex Skolnick Trio: Prove You're Not A Robot
Album:

Prove You're Not A Robot

Medium: CD
Stil:

Instrumental Rock, Fusion

Label: Flatiron Recordings
Spieldauer: 55:09
Erschienen: 07.11.2025
Website: [Link]

„Ich finde, dieses Album repräsentiert meine stärkste Arbeit als Komponist. Nathan und Matt haben wirklich ihr Bestes gegeben. Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass dies das Album ist, auf das wir alle am meisten stolz sind.“ (Alex Skolnick)

Wie echt und ernst doch dieser New Yorker Gitarrist und sein Trio es meinen, wenn sie uns in dem Zeitalter, während dem so viele von uns nur noch auf kleine oder große Bildschirme starren, darauf hinweisen, dass wir mal überprüfen sollten, ob wir nicht schon zum Roboter geworden sind, davon spricht bzw. musiziert das sechste ALEX SKOLNICK TRIO-Album wahrhaft Bände.
Darum benennen sie ihr aktuelles Album wohl „Prove You're Not A Robot“ und heben dabei auf dem Titel das 'NOT' noch rot hervor. Oh ja, uns ist viel Menschliches, Handgemachtes und Natürliches im Digitalisierungswahn abhanden gekommen.


Prove You're Not A Robot“ verweist uns in der knappen Jazz-Rock-Stunde genau auf diesen Fakt – wahrhaft handgemacht und von drei großartigen Musikern voller freigeistiger und improvisatorischer, sich keinen übertriebenen technischen Zwängen unterwerfenden, Musizierkunst an Gitarre, Bass und Schlagzeug eingespielt.

Wirft man zuvor noch einen Blick auf den Trio-Kopf Skolnick, dann stellt man zuerst fest, dass dieser Gitarrist sich nicht etwa in der Jazz-, sondern der Heavy-Metal-Szene einen megafetten Namen gemacht hat – und zwar als Leadgitarrist von TESTAMENT, der sein Können als 14-Jähriger von JOE SATRIANI erlernte, später sogar für den tragisch bei einem Autounfall verunglückten Criss Oliva bei den Schwermetalllisten SAVATAGE einstieg.
In den 1990er-Jahren wendete sich Skolnicks Musikbegeisterung in die Jazz-Richtung, was später im Jahr 2001 auch zur Gründung des ALEX SKOLNICK TRIOs führte, das Versionen aus dem Hardrock- und Metal-Umfeld in den Bebop und frei improvisierten Jazz 'transformierte', mal sehr melodisch, aber auch komplex.


All das erlebt man auf diesem 'roboterlosen' Album erneut in seiner ganzen Schönheit, bei dem beispielsweise eine mit der akustischen Gitarre eingespielte Ballade wie „Asking For A Friend“ den Hörer ähnlich besticht wie die Musik eines AL DI MEOLA oder JOHN McLAUGHLIN und PACO DE LUCIA, selbst wenn die mal nicht freitagnachts in San Francisco unterwegs sind.

„Breakdown“ hingegen huldigt in vollen Zügen TOM PETTY und seinen Herzensbrechern und wird so selbst zum jazzverliebten Herzensbrecher, bei dem der nunmehr längst jazzstudierte Gitarrist dem Petty-Song neues wie ungewohntes Leben einhaucht.
Hierbei gehen die drei Musiker sehr virtuos zur Sache, lassen sich Freiräume, folgen aber auch gewohnten Harmonien und zeigen in gewisser Weise jeglicher KI den erhobenen Stinkefinger, wenn sie die Saiten und Felle bearbeiten. Hier sind keine Roboter am Werk, sondern Musiker, die von der Pike auf ihr musikalisches Handwerk gelernt haben – Üben! Üben! Üben!; anstatt einem: 'Das können wir doch der Künstlichen Intelligenz überlassen!'
Darum sind sogar die verwendeten Instrumente echt 'Old school' und Vintage von einer Roger Sadowsky Archtop bis zu einer Gibson L-00 Akustikgitarre von 1935. Wir dürfen also modernem Jazz mit rockiger Prägung an altehrwürdigen Instrumenten folgen. Für jeden Retro-Freund eine wahre Freude – auch weil die Titel- plus Coverversion-Wahl sehr variabel und tiefgründig erfolgte - vom finalen „Guiding Ethos“ bis zur grandiosen Chick-Corea-Steve-Howe-Mixtur „Armando’s Mood“.

Im „Infinite Hotel“ widmet sich das Trio dem Bebop und vermengt darin ein paar Rock-Grooves, während der Abschied auf Polnisch in Form einer Jazz-Ballade gelingt, in der genau jene Trauer mitschwingt, die man bei Abschieden von guten Freunden empfindet.

Am Ende gibt’s auf „Prove You're Not A Robot“ Musik von Menschen für Menschen. Und die KI können sich alle, die das nicht so empfinden, gerne in das fäkale Loch ihres digitalen Klein- oder Großgerätes schieben.


FAZIT: Mit „Prove You're Not A Robot“ fordert das ALEX SKOLNICK TRIO in einer Zeit der Technokratie dazu auf, doch besser nochmal in sich zu gehen und zu überprüfen, ob man nicht nur eine Schraube locker hat. Denn dann könnte man ja zum Roboter geworden sein, der längst solch handgemachte Musik zwischen den Polen von Jazz und Rock gar nicht mehr versteht. Wer das Herz noch an der richtigen unverschraubten Stelle und das Hirn in Verbindung mit den Ohren am rechten, unverdrahteten Fleck trägt, dem sei das sechste Album des ALEX SKOLNICK TRIOs herzlich empfohlen.

PS: Beim Erstellen dieser Review wurde auf keinerlei KI zurückgegriffen, sondern sich ausschließlich auf die Ohren und das eigene musikjournalistische Geschick verlassen!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 196x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Prove You're Not A Robot
  • Breakdown
  • Infinite Hotel
  • Armando's Mood
  • The Polish Goodbye
  • Asking For A Friend
  • Parallel Universe
  • Guiding Ethos

Besetzung:

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